Die "moderne" Volksversammlung
Damals funktionierte die Demokratie etwas anders, als man sie heute kennt. Ein Beispiel dafür ist die Volksversammlung, die in damaliger Zeit in Griechenland regelmäßig stattfand. Diese Versammlung aller wahlberechtigten Bürger Athens sollte jedem die Möglichkeit geben, an politischen Entscheidungen mitzuwirken. Es waren Schätzungen zufolge etwa 40.000 Bürger, die die Anforderungen erfüllten und somit an der Versammlung teilnehmen durften. Ziel war es, alle Wahlberechtigten zusammenzuführen und dann über politische Entscheidungen zu beraten. So weit jedenfalls die Theorie.
Die Praxis sah jedoch ganz anders aus. Viele hatten nämlich entweder keine Zeit, an der Volksversammlung teilzunehmen, weil sie zum Beispiel arbeiten oder ihren Wehrdienst absolvieren mussten. Der andere große Teil hatte an der Teilnahme kein Interesse und blieb der Volksversammlung aus diesem Grund auch fern. Das Resultat: Es nahmen laut Schätzungen von Historikern gerade einmal 6.000 Menschen an der Versammlung teil. Wichtige Entscheidungen erforderten allerdings eine Anwesenheit von mindestens 6.000 Personen. Oft soll es deshalb Probleme bei Abstimmungen gegeben haben, weil nicht genügend Wahlberechtigte anwesend waren.
Ein weiteres Problem stellten diejenigen dar, die an der Volksversammlung teilnahmen. Es handelte sich dabei nämlich in vielen Fällen um Arbeitslose und ältere Menschen. Von der großen Schicht der Arbeiter waren nur wenige vertreten. Man erkannte die Problematik bei diesem System jedoch relativ schnell und entschloss sich, es abzuschaffen. Deshalb gibt es in unserer jetzigen Demokratie auch keine Volksversammlungen mehr. Stattdessen werden von der Bevölkerung Volksvertreter gewählt, die dann im Namen des ganzen Landes handeln sollen. Dazu gehören hier bei uns zum Beispiel der Bundesrat, der Bundestag und Kommunalparlamente. Die Volksvertreter gehören in der Regel einer Partei an. Wahlslogans sollen den Bürgern die Entscheidung erleichtern, ihre Volksvertreter zu wählen. Die FDP wirbt aktuell beispielsweise mit dem Slogan: „Mehr FDP, mehr Bürgerrechte“.


