Politik aus Rom oder Athen?
Heute ist es normal, die attische Demokratie als Maßstab für die moderne Demokratie zu sehen. Die attische Demokratie gilt mittlerweile wieder als klassische Demokratie, was aber lange Zeit nicht so war. Vor allem in den Zeiten der französischen und amerikanischen Revolution war Rom für die damaligen Protagonisten von viel größerer Bedeutung als Athen. Für diese Protagonisten spielte Athen nur eine untergeordnete Rolle, weil Rom zum Beispiel mit seinen Gesetzgebern attraktiver erschien.
Damals hatte Athen noch keine Theorie der Demokratie entwickelt, an die sich in der Neuzeit leicht anknüpfen lassen hätte. Die Römer machten Gesetze, die ausbaufähiger und besser zu optimieren waren, während Athen eher an strikte Gesetze festhielt. Auch sonst schien es in früherer Zeit manchmal so, als wenn die Römer eine bessere Demokratie aufbauen würden, als es die Athener konnten.
Hinzu kam, dass die Politiker in der damaligen Demokratie Griechenlands eher Kritiker waren. In Rom war die Anzahl der Politiker, die wirklich für das Volk handelten wollten, wesentlich höher. Athen dagegen war für Politiker bekannt, die ihren eigenen Machtstatus viel zu sehr in den Vordergrund stellten und die Interessen des Volkes dabei immer mehr aus den Augen verloren haben. Dies waren wohl die Hauptgründe, die Protagonisten zu damaliger Zeit dazu bewegt haben, sich mehr an die römische Demokratie zu halten. Welche Demokratie allerdings besser war oder ist kann man natürlich pauschal auch heute noch nicht sagen. Es ist schließlich die Meinung eines jeden Einzelnen, von welcher Politik er überzeugt ist.


