Politische Führungspositionen damals und heute
In der damaligen attischen Demokratie gab es keine Minister, einen Bundespräsident oder gar einen Bundeskanzler bzw. eine Bundeskanzlerin. Damals gab es stattdessen zum Beispiel den Rat der 500 und die Volksversammlung. Doch was gab es für Gründe, dass man die Führungsebene in der Politik seit der Gründung der Demokratie von Solon derart umstrukturieren musste? War die attische Demokratie vielleicht unfair oder waren die wenigen Politiker damals einfach überfordert? Konkret wird man diese Fragen nicht mehr beantworten können, Vermutungen können aber natürlich trotzdem angestellt werden. So ist es beispielsweise denkbar, dass man durch die Aufteilung der verschiedenen politischen Ämter erreichen wollte, dass es nicht eine Person geben kann, die über die absolute Macht verfügt. Ebenso könnte ein Grund dafür gewesen sein, dass die Politiker zu damaliger Zeit einfach überfordert waren oder zum Beispiel bei der Volksversammlung noch nicht einmal Ahnung von politischen Themen hatten. Deshalb hat man sich im Laufe der Zeit vermutlich dazu entschieden, die Aufgaben in der Politik zu verteilen, sodass sich jeder Politiker ausschließlich mit den Themen beschäftigt, auf die er spezialisiert ist. Heute gibt es zahlreiche verschiedene Parteien, die sich in der Regel auf ein bestimmtes Themengebiet spezialisieren. Auch der Wahlkampf ist heutzutage intensiver als je zuvor.
Es gilt also festzuhalten, dass die politischen Führungspersonen in damaliger Zeit teilweise völlig überfordert oder ahnungslos waren. Die heutigen Ministerposten sorgen zum Beispiel dafür, dass sich jeder Politiker auf seine Fachgebiete konzentrieren kann. Damals war noch jeder Politiker mehr oder weniger für alles zuständig und besaß keine speziellen Fachqualifikationen. Heutzutage gibt es also wesentlich mehr relevante politische Ämter, als noch im antiken Griechenland, wo es eigentlich nur den Rat der 500 gab.


