Verantwortliche in der Politik damals und heute
Wer in der damaligen Antike in der Politik tätig war, hatte es im Verhältnis zu den heutigen Bedingungen sehr schwer. Den Politikern in der attischen Demokratie wurden strenge Auflagen auferlegt, die eingehalten werden mussten. Vor allem wegen den vielen Verpflichtungen und dem Druck, der gegenüber den Politikern ausgeübt wurde, hatten es Menschen in der Politik in damaliger Zeit alles andere als einfach.
Wer damals mit einem Gesetz unzufrieden war oder ein neues forderte, konnte dies in der Volksversammlung tun. Grundsätzlich hatte dort nämlich jeder das Recht, einen Antrag zu stellen, der natürlich auch entsprechend bearbeitet werden musste. Der Nachteil dabei war allerdings, dass der Antragsteller in jeder Form für den jeweiligen Antrag haftet, also auch verantwortlich ist. Wurde ein Antrag von einem Bürger völlig zu Unrecht gestellt, hatte dieser mit gerichtlichen Konsequenzen zu rechnen. Aus diesem Grund trauten sich fast ausnahmslos nur erfahrene und sachkundige Personen, Anträge zu stellen. Der durchschnittliche Bürger hat es soweit es ging eher vermieden, einen Antrag zu stellen. In damaliger Zeit war also jeder Bürger selbst für seine eigenen Anträge verantwortlich.
Heute sieht die Situation natürlich vollkommen anders aus. Mittlerweile gibt es beispielsweise auch nicht mehr den Rat der 500, sondern etliche andere Politiker, die sich jeweils auf ein Aufgabenbereich spezialisiert haben und dementsprechend Ahnung davon haben. Auch gibt es heute keine direkten Verantwortlichen mehr. Die Folge: Schuldzuweisungen zwischen den Politikern.


