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FINANZKRISE - Wie die Blase platzen konnte

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  • Damals
    sah alles wie eine gute und funktionierende Wirtschaft aus. Die Menschen waren konsumfreudig und

     

    kauften ein, was gefiel. Der eigentliche Ursprung der Krise liegt – wie mittlerweile bekannt ist – in Amerika.

     

    Die dortigen Einwohner verfügten oftmals über zahlreiche Kreditkarten, die allesamt bis ans Limit überzogen

     

    wurden. Eigentlich ist also der einfache Konsument für die Krise selbst verantwortlich. Da es jedoch Banken

     

    waren, die Bonitäten unzureichend oder gar nicht geprüft haben, sind auch die Banker Mitschuld. Doch wie

     

    genau konnte ein System, das auf solch wackeligem Fundament beruht, solange funktionieren und wieso ist

     

    die Blase nicht schon viel früher geplatzt?

     


    Jahrzehntelang erfreuten sich Unternehmen
    und Konsumenten an einer einwandfrei funktionierenden

     

    Wirtschaft. Deutschland begann erfolgreich, immer mehr Produkte zu exportieren und andere Länder

     

    profitierten vom hochwertigen deutschen Qualitätsmaß. Unbemerkt und langsam begann die Bundesrepublik,

     

    abhängig zu werden. Abhängig von Nachbarländern und anderen Kontinenten, die Waren aus Deutschland

     

    importieren ließen. Es schien wie eine unaufhörlich wachsende Wirtschaft. Doch die Freude hielt nicht lange.

     

    Wir stecken momentan inmitten einer großen Wirtschaftskrise, die Opfer aus aller Welt gefordert hat und

     

    auch weiterhin fordern wird.



    Doch wie konnte es dazu kommen
    , dass keiner die Defizite in den Geschäften amerikanischer Bankinstitute

     

    bemerkte? Wieso hat keiner früh genug erkannt, dass die Blase bald platzen wird? Banken in den USA

     

    verliehen jahrelang gutgläubig etliche Milliarden Euro, oft sogar ohne jegliche Sicherheiten zu fordern. Das

     

    Ergebnis: Die größte weltweite Finanzkrise seit  1929. Diesmal gab es zwar keinen „Schwarzen Freitag",

     

    trotzdem können wir nun einen andauernden Abwärtstrend beobachten. Damals – im Jahre 1932 – gab es

     

    knapp sechs Millionen Arbeitslose. Viele fürchten sich in Anbetracht damaliger Zahlen vor der zukünftigen

     

    wirtschaftlichen Situation.



    Dass die jetzige Finanzkrise ihren Ursprung in Amerika hat, sollte mittlerweile jedem geläufig sein. Wie blind

     

    mussten die Banker jedoch sein, um eine solch dramatische Wirtschaftssituation hervorzurufen?  War es

     

    wirklich die Unachtsamkeit oder vielmehr die Geldgier der Manager? Fakt ist, dass amerikanische

     

    Bankinstitute oft ohne ausreichende Prüfung der Bonität Kredite vergeben haben. Im Kopf der Banker waren

     

    nur die hohen Zinsen, die sie mit derartigen Geschäften erzielen wollten. Durch diese Kreditpolitik wurde mit

     

    der Zeit eine ganze Bevölkerung beeinflusst. Da man so einfach an Geld gekommen ist, wurde Sparen für

     

    viele Amerikaner schnell zum Fremdwort. Wieso auch sparen, wenn Geld nach Herzenslust verfügbar ist?

     

    Millionen Bürger der Vereinigten Staaten begannen deshalb in den vergangenen Jahrzehnten, auf Pump zu

     

    leben. Sie lebten über ihre Verhältnisse. Fragte man die Einwohner vor einigen Jahren nach der Anzahl der

     

    Kreditkarten, war man in den meisten Fällen schwer beeindruckt. Die Vielzahl der Amerikaner verfügte über

     

    mindestens fünf oder noch mehr Kreditkarten. War der Dispositionskredit der einen Kreditkarte ausgeschöpft,

     

    wurde sofort eine neue Karte beantragt und benutzt. Aus relativ kleinen Schulden pro Kreditkarte häufte sich

     

    bei vielen Amerikanern eine beachtlich hohe Schuldensumme. Eigentlich war es absehbar, dass eine solche

     

    Kreditpolitik auf Dauer nicht funktionieren kann, trotzdem hat keiner die androhende Krise bemerkt.

     

    Viele überzogene Kreditkarten sind allerdings nur ein Grund für den Zusammenbruch der Wirtschaft. Einen

     

    ganz anderen Fehler hat wohl die amerikanische Regierung gemacht. Wenn man vor einigen Jahren in den

     

    USA ein Haus bauen wollte, vereinbarte man, wie auch hier bei uns üblich, einen Termin bei seiner Hausbank.

     

    Doch was ist im Gegensatz zu deutschen Regelungen in Amerika anders gewesen? Amerikanische Kunden

     

    bekamen von ihren Banken keine Zinsgarantie. In Deutschland gibt es diese schon lange Zeit. Banken

     

    garantieren dem Schuldner, dass ein festgelegter Zinssatz über lange Zeit (in der Regel fünf oder zehn Jahre)

     

    gezahlt wird. Es gibt in diesem Garantiezeitraum keine Änderungen des Zinssatzes. Somit kann die Bank in

     

    Deutschland die Höhe der Zinsen nicht von den einen auf den anderen Monat erhöhen. Anders in Amerika.

     

    Hier gibt es eine solche Garantie nicht. Banken haben somit die Möglichkeit, Zinsen jederzeit zu erhöhen. Im

     

    Falle einer Zinserhöhung steigen natürlich auch die monatlichen Raten. Kurz vor Beginn der Krise fingen

     

    Banken an zu bemerken, dass sie Kredite ohne größere Sicherheiten leichtfertig vergeben hatten. Daraufhin

     

    wurden die Zinsen stark nach oben korrigiert und die monatliche Belastung stieg für die Schuldner dramatisch

     

    an. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Schuldner ihre Häuser zwangsversteigern mussten, da die Rate

     

    einfach zu hoch war. Schon nach einigen Monaten waren etliche Haushalte von solchen

     

    Zwangsversteigerungen betroffen. Da das Angebot plötzlich drastisch in die Höhe schnellte und die Nachfrage

     

    nicht dementsprechend war, fiel der Preis für Immobilien gravierend in den Keller.  Innerhalb kürzester Zeit

     

    standen zahlreiche Amerikaner ohne ein Dach über dem Kopf da und mussten teilweise in Notunterkünften

     

    oder Obdachlosenheimen unterkommen. Der Markt wurde immer mehr von Immobilien überschwemmt, die

     

    sich keiner mehr leisten konnte. Der Preis sank weiter und weiter. Schon wenig später war die enorm

     

    schlechte wirtschaftliche Situation auch in Nachbarländern zu spüren. Einige Zeit danach notierte man die

     

    dramatische Situation in Amerika auch schon in Deutschland und auf den anderen Kontinenten.

     



    Die Prognosen von Wirtschaftsexperten für die Zukunft sind erschreckend. Von einem Einbruch von bis zu

     

    acht Prozent der Wirtschaftsleistung ist die Rede. Vor allem die Automobilindustrie ist am Boden.  Es werden

     

    kaum noch Autos exportiert und auch hierzulande wird der Automarkt spätestens nach Beendigung der

     

    Abwrackprämie einbrechen. Da durch die Umweltprämie zurzeit tausende Automobile verschrottet werden,

     

    kämpfen auch zahlreiche Kfz-Werkstätten ums pure Überleben. Politiker versuchen mit milliardenschweren

     

    Rettungspaketen die Konjunktur wieder in Schwung zu bringen. Die Erfolge sind bisher sehr mäßig. Was

     

    auch nicht außer Acht gelassen werden darf: Die Summen für die momentane Rettung von Unternehmen und

     

    Banken müssen irgendwann auch wieder zurückgezahlt werden.  Wir können nur hoffen, dass Politiker zur

     

    jetzigen Zeit nicht nur die Gegenwart, sondern vorrangig die Zukunft im Blick haben.

     


    Die Finanzkrise fordert viele Opfer. Bislang hat es viele große Unternehmen aus den verschiedensten

     

    Branchen in die Insolvenz getrieben. Einige Beispiele sind der Autohersteller Chrysler oder die US-Bank

     

    Lehman Brothers sowie etliche Unternehmen, die sich nur mit staatlicher Unterstützung retten konnten. Das

     

    wohl extremste Bild einer staatlichen Unterstützung ist die Hypo Real Estate. Sie bekam bisher

     

    Finanzspritzen in dreistelliger Milliardenhöhe. Experten befürchten, dass noch mehr Gelder benötigt werden,

     

    um das Unternehmen wirklich retten zu können. Wolfgang Spitz, Präsident des Bundesverbandes, sagt, dass

     

    es unter Umständen mehr als 35.000 Firmen betreffen könnte, die innerhalb der nächsten Zeit Insolvenz

     

    anmelden müssen. Auch aktuell steigende Arbeitslosenzahlen lassen nichts Gutes erhoffen.

     

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